Buenzli's Blog

Auf der Suche nach der neuen Heimat

Eine kurze Geschichte aus den letzten Wochen des Herrn B. August 17, 2009

Einsortiert unter: Kurze Anekdoten von Herrn Bünzli — Detlef Bünzli @ 9:40 vormittags
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So viel zum Thema: Schengenzone

So viel zum Thema: Schengenzone

EU nimmt Schweiz in Schengenzone auf

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Reisen über die Schweizer Grenze werden einfacher. Die Innenminister der 27 EU-Staaten beschlossen am Donnerstag in Brüssel offiziell, die Schweiz in die Schengenzone aufzunehmen.

Als Folge werden die systematischen Personenkontrollen an den Grenzen zwischen der Alpenrepublik und den Nachbarländern Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich am 12. Dezember eingestellt.

Nach schweizerischen Regierungsangaben überqueren täglich 700 000 Menschen, 300 000 Personenwagen und 20 000 Lastwagen die Grenzen des Landes. Der Warenverkehr soll auch weiterhin kontrolliert werden, weil die Schweiz nicht dem europäischen Binnenmarkt angehört. Die Reisenden, deren Identität bisher zumindest theoretisch überprüft wurde, können sich jedoch auf Erleichterungen einstellen.

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Die Kontrollen im Luftverkehr zwischen den Schengenstaaten und der Schweiz sollen mit der Umstellung des Flugplans am 28. März 2009 fallen. Tags darauf wolle die Schweiz ihren Beitritt groß feiern, kündigten ihre Vertreter in Brüssel an. «Die Vorteile sind so schön», sagte Tschechiens Innenminister Ivan Langer, dessen Mitbürger seit knapp einem Jahr die Reisefreiheit der Schengenzone genießen.

Im Dezember 2007 waren neun neue EU-Staaten der Schengenzone beigetreten, nachdem sie ihren Grenzschutz nach europäischen Normen ausgebaut und sich an das Schengen Informations-System (SIS) angeschlossen hatten. Der Schengenzone gehören seither 22 EU-Staaten sowie Norwegen und Island an. Die EU-Mitglieder Großbritannien, Irland, Rumänien, Bulgarien und Zypern sind bisher nicht dabei.

Die EU will das SIS-Computernetz ausbauen, um auch biometrische Daten wie Fingerabdrücke oder digitalisierte Passfotos vergleichen zu können. «Schengen ist ein Erfolg, aber wir brauchen auch alle Instrumente dafür», sagte EU-Justizkommissar Jacques Barrot. Das erweiterte System «SIS II wird umso wünschenswerter, als nun die Schweiz zum Schengenraum dazukommt».

Noch nicht dabei ist der Zwergstaat Liechtenstein zwischen der Schweiz und Österreich. Deshalb wird die Schweiz die Straßen in das Fürstentum nach Diplomatenangaben mit Videokameras überwachen und Reisende im Grenzgebiet stichprobenartig überprüfen. Über ungelöste Probleme zwischen EU-Staaten wie Deutschland und der Steueroase Liechtenstein sollen die Finanzminister weiter beraten.

Das ist am: 27.11.2008 16:59 Uhr im Internet auf der Seite von N24 veröffentlicht worden.

Nun folgende Geschichte dazu…


Herr Bünzli sass bequem in seinem Auto und fuhr nichts Böses ahnend an die

schweizer Landesgrenze heran. Herr Bünzli erledigt gern liegengebliebene Dinge

am Samstagvormittag, denn dann ist es zu heiss, um im Garten zu arbeiten, wie es

sich eben für den typischen Deutschen so gehört. Detlef wollte einen Brief zur

deutschen Post bringen, die ihn keine fünfzehn Minuten Weg kosten würden, er aber

sicher gehen kann, dass dieser Brief zum einen ankommt oder nicht erst zwei

Wochen später. Das ist nämlich gern so in der Schweiz, da hat die Schneckenpost,

oder wie hier genannt: Schnäggepost, sehr wohl noch Bedeutung. Für grobe 800km

braucht da gern mal ein Brief, sogar mit ”A-Post”, also Prioritätspost, geschickt,

knappe drei Wochen, um dann endlich im deutschen Briefkasten zu landen.

Jede flügellahme Brieftaube wäre eher da gewesen, aber das nur nebenbei.

Daher nimmt Herr Bünzli die Fahrt gern auf sich und kauft nebenbei beim billigen

Fleischer im Billigkonsum, den jeder Deutsche kennt, in Masse Fleisch und Bier ein,

denn so sind wir Deutschen ja! Versteht sich von selbst.

Herr Bünzli fährt langsam, bereits mit heruntergelassener Fensterscheibe,

gedämpfter Radiomusik, einem offensichtlich leerem Auto an die Landesgrenze

heran. Und natürlich- trotz des schweizer Kennzeichens- durfte Herr Bünzli erst mal

schön in praller vormittäglicher Sonne sein Auto an die Seite fahren. Natürlich, kein

Problem. Wir haben ja Zeit.

Die sollte man auch bei den schweizer Grenzmännern mitbringen, denn auf ihre

letzten Arbeitstage sind diese noch mal richtig gründlich. Fahrzeugpapiere und ID.

Und wenn er es bis dato noch nicht an Detlefs holprigen Schweizerdeutsch

bemerkt haben sollte, dann auf jeden Fall bei der IDK (Identitäskarte). Das war

nämlich der deutsche Ausweis und als wären wir bei  “Uuuuupps, die Pannenshow”

dachte sich der Grenzer: “Verdammi nomol, a Düütscher…” und schwupps

sind wir gleich nicht mehr am Lachen. Und jetzt gings ordentlich los: warum,

weshalb, wieso über die Grenze? Ähem, die Storry mit der Schnäggepost behielt

Detlef lieber für sich. Einen eventuellen Stopp beim preiswerten Einkaufsmarkt auch.

Wieso haben Sie keinen schweizer Ausweis oder was tun Sie hier?

Detelf ganz schüchtern: “Ich lebe hier. Dort im Nachbarort, die und die Strasse.”

Warum leben Sie dort und warum haben Sie keinen schweizer Ausweis?

“Doch, doch.”, stotterte Bünzli schüchtern, “ich bin seit gut einem halben Jahr

gemeldet, aber das Verfahren ist noch beim Migrationsamt in Bearbeitung.”

Bünzli war stolz auf seine brave Ausführung und dachte nun könne er weiter fahren:

neiiiiiii und nöd!

Der freundliche Herr im blauen Anzug: “Und warum haben Sie keinen schweizer

Ausweis?” In dem Moment fing Bünzli an die Kameras zu suchen, denn

offensichtlich konnte er nur in die Komedie-Falle geraten sein… Räusper. Lufthol.

“Also, ja ich habe keinen Ausweis, weil das Verfahren für die

Aufenthaltsbewilligung noch in Bearbeitung ist.”

Und jetzt kommst: “Ja, aber haben Sie sich nicht rechtzeitig bei uns gemeldet?”

Das war der Zeitpunkt, wo Bünzli daran dachte, den Motor anzustellen und ins

Geräteschuppengrosse Grenzhäuschen zu rauschen… Räusper. Lufthol.

“Doch, doch, wie ich bereits sagte, habe ich mich vor fast einem halben Jahr

gemeldet, gleich in der Woche, als ich her gezogen bin.”

Daraufhin verschwand der nette Onkel Grenzer für sensationelle zwanzig Minuten

von Bünzlis Lebens, die Detlef immerhin nicht vom Kanton Schaffhausen bezahlt

und obendrein noch Vergünstigungen, wie Lunch-Checks, o.ä. bekommt.

Irgendwann kam er wieder, Herr Bünzli hatte sich bereits halb dehydriert den

Autositz weiter nach hinten gestellt und dort auf einen längeren Aufenthalt

eingerichtet.

Grosszügig gab der Grenzer die Autopapiere plus Ausweise zurück, ermahnte

Detlef der Meldefrist für Zugezogene und wünschte mit sich und der Welt

zufrieden einen schönen Tag!

Zähneknirschend und Schweiss gebadet, fuhr Detlef vom Parkplatz ab. Bünzli hielt

an der Post, kutschierte weiter zum preisgünstigen Discounter, kaufte aus Rache

zwei Flaschen extra billigen Rotweins und einer Flasche Korn, denn das trinken die

Deutschen ja nebst Bier am meisten und raste unerlaubterweise mit weit mehr als

80km/h über die “grüne Grenze”, öffnete grinsend daheim seinen Schnaps und

natürlich: markierte sich einen Termin beim Migrationsamt!

Zum Schluss stellt sich doch die Frage, ob man nicht die Schengenzone oder

Schengengrenze in “Schneckengrenze” umbenennen sollte… Macht ja immerhin

auch Sinn, wenn es schon die Schneckenpost gibt.

Die liebsten Grüsse,

Detlef Bünzli



 

 
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